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Software: Nur mit Microsofts Segen

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19:00 - 06/05/2004 von Patrick Schmid

Um Software für die Xbox zu kompilieren, benötigt man das Microsoft Software Development Kit for Xbox, kurz XDK. Die Sourcen werden mit Hilfe spezieller Xbox-Libraries unter Visual Studio .net kompiliert und passend signiert, um sie lediglich auf der Xbox ausführbar zu machen. Nur kommt leider nicht jeder Entwickler in den Genuss des XDKs. Anträge werden von Microsoft geprüft, um bei später voraussichtlich erzielbaren Gewinnen aus dem Verkauf der Software beteiligt zu sein.

Sofort entsteht eine berechtigte Frage: Wie wird aus dem Quellcode eine Xbox-Applikation, wenn die benötigten XDK-Bibliotheken nur ausgewählten Kreisen zur Verfügung steht? In aller Regel lässt sich nur der Quellcode frei herunterladen (z.B. als Projekt in sourceforge.net).

Zum Kompilieren bräuchte man neben Visual Studio .net jedoch das XDK 5778 oder neuer, da es bislang noch keine Xbox-tauglichen Nicht-Microsoft-Kompiler gibt. Haare raufend dürfte man bei Microsoft beobachten, dass das kein Hindernis zu sein scheint. Tatsächlich lässt sich das einsetzbare XBMC-Paket 1.0 Beta bei Bittorrent oder Emule in kurzer Zeit herunterladen.

Man muss den Ärger bei Microsoft aber verstehen: Nachdem die Xbox nach wie vor subventioniert über den Ladentisch geht und definitiv als Verlustgeschäft zu betrachten ist, können Gewinne nur durch den Verkauf passender Software (Spiele) erzielt werden. Ist der Compiler für jedermann frei erhältlich, so würden in kurzer Zeit hunderte Softwaretitel unter GPL (General Public License) kostenlos verfügbar werden - und Microsoft garantiert das Geschäft versalzen.

Hier müssen wir jedoch auch ein wenig Kritik an Microsoft üben, denn das Potenzial als Multimedia-Zentrale scheint in Redmont komplett übersehen worden zu sein. Das inzwischen gereifte Xbox Media Center hätte Microsoft zum Beispiel in Form einer "Xbox Home Theater Edition" zum höheren Preis mit passendem Lieferumfang gleich selbst vorlegen sollen - dann hätten sich die heutigen Probleme aufgrund der Wünsche ambitionierter Entwickler vermutlich kaum ergeben.

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